Ohren anlegen: Dass müssen Patienten über den Eingriff wissen

 

Im Kinder- und Jugendalter wird man von Schulfreunden geärgert, als Erwachsener scheut man den Blick in den Spiegel: Wer unter abstehenden Ohren leidet, wünscht sich häufig nichts sehnlicher als eine kurze und schmerzlose Operation, um dem Übel Abhilfe zu schaffen. Die moderne Medizin kennt einige Operationsmethoden, die hier angebracht sind, dazu gehören z.B. die minimal-invasive Fadenmethode, bei der das Ohr dauerhaft mit einem Faden in der richtigen Position gehalten wird oder die klassische Technik, bei der der Knorpel abgeschabt wird. Was also müssen Patienten wissen, die sich die Ohren anlegen lassen wollen? Welche Operationsmethoden gibt es, und wo liegen die Risiken? Weitere Informationen.

Ein Routineeingriff in der ästhetischen Chirurgie

Die Korrektur von abstehenden Ohren gehört heute zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang deshalb auch von einem Routineeingriff, der Jahr für Jahr bei unzähligen Patienten vorgenommen wird. Schon in jungen Jahren ist eine OP möglich. Dadurch kann auch Jugendlichen geholfen werden, die unter der störenden Optik leiden. Ein Eingriff ist medizinisch betrachtet fast immer sinnvoll, wenn Sie seit vielen Jahren unter dem Aussehen Ihrer Ohren leiden oder wenn Sie Ihre Ohrläppchen aus ästhetischen Gründen als nicht attraktiv betrachten. Medizinisch gesehen sind abstehende Ohren übrigens seltener ein Problem. In der Regel sind große Ohrläppchen oder gerissene oder hängende Ohrläppchen ebenso wie die gefürchteten abstehenden Ohren ein eher ästhetische Herausforderung, die man mit einem operativen Eingriff gut behandeln kann. 

Vor jeder OP steht die Beratung

Die Ursache für abstehende Ohren liegt in einer fehlerhaften Entwicklung des Knorpels. Er sorgt dafür, dass die Ohren in einem Winkel von deutlich über 30 Grad vom Kopf abstehen. Auch eine stark geformte Ohrmuschel kann ein Grund für abstehende Ohren sein. Obwohl es sich hier um einen sehr häufig vorgenommenen Eingriff von erfahrenen Fachärzten handelt, ist vor jeder OP eine  individuelle Beratung nötig.

Dabei gilt es auch, den Gesundheitszustand des Patienten zu analysieren. Darauf abgestimmt empfiehlt der Chirurg eine Behandlungsmethode und beantwortet alle Fragen zum geplanten Eingriff sowie zur Nachsorge. In der Vorbesprechung wird auch die geeignete Form der Operation genau erörtert. Erst wenn der Patient keine Fragen mehr hat und sich rundherum gut informiert fühlt, sollte er sich für oder auch gegen diese OP entscheiden. Einem erfahrenen Mediziner ist daran gelegen, alle Ängste und Bedenken zu beseitigen, die mit einem operativen Eingriff fast immer verbunden sind. Deshalb lohnt es sich, zuerst das klärende Gespräch mit einem Facharzt zu suchen, bevor man sich für die Operation entscheidet. 

So läuft ein chirurgischer Eingriff ab

Bei einer klassisch-chirurgischen Operation wird hinter den Ohren an der Rückseite ein Stück der überflüssigen Haut abgenommen. Der Schnitt wird üblicherweise an der Ohrmuschel gesetzt, so dass er auf den ersten Blick kaum sichtbar ist. Durch den Schnitt wird der Ohrknorpel freigelegt. Er wird im Anschluss bearbeitet, so dass sich das Ohr ohne Spannung anlegen lässt. Der Knorpel wird bei diesem Eingriff so verändert, dass die gesamte Ohrkontur in einer neuen Form modelliert wird. Die Ohrmuschel kann dabei in ihrer Form und Größe so angepasst werden, dass Ihren Vorstellungen von einem optisch ansprechenden Äußeren weitgehend entspricht.

Durch diesen Eingriff lassen sich auch bestehende Asymmetrien an den Ohren leicht beseitigen. Danach wird die kleine Wunde mit einer Naht geschlossen. Da sich die Naht an der Rückseite der Ohrmuschel befindet, ist sie weitgehend verborgen. Dadurch ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, dass Sie diesen Eingriff durchgeführt haben. 

Der klassisch-chirurgische Eingriff dauert rund 90 Minuten. Er wird bei einer örtlichen Betäubung vorgenommen. In der Regel ist ein anschließender Aufenthalt im Krankenhaus nicht nötig. Sie können die Klinik schon nach wenigen Stunden wieder verlassen. Unmittelbar nach dem Eingriff setzt Ihnen Ihr Arzt einen Verband, den Sie einige Tage lang tragen sollten. Nach etwa zehn Tagen werden die Fäden gezogen. Damit der Heilungsprozess danach beschleunigt wird, sollten Sie in den kommenden drei Wochen lang in der Nacht ein Stirnband tragen. Dadurch lässt sich ein Abknicken des korrigierten Ohres verhindern, der Heilungsprozess wird außerdem beschleunigt.

Leichte Schwellungen sind nicht außergewöhnlich, sie dürften nach wenigen Tagen wieder verschwinden. Auch eine erhöhte Empfindlichkeit bei Berührungen sollte nach kurzer Zeit erledigt sein. In den ersten vier Wochen nach dem Eingriff sollten Sie auf sportliche Aktivitäten so weit wie möglich verzichten, um die Heilung nicht zu gefährden. 

Was man zum Eingriff mit Implantaten wissen muss

Eine recht neue Form der Ohrenkorrektur ist die Methode EarFold. Dabei werden Implantate im Ohr gesetzt, damit die Ohrmuschel sich in die gewünschte Form fügt. Im Vergleich zum chirurgischen Eingriff ist die OP etwas kürzer. Sie wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Sie sehen das Ergebnis sofort, ein Verband um den Kopf herum muss dabei nicht getragen werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei einem komplikationslosen Eingriff keine längeren Krankheits- oder Fehltage im Beruf oder in der Schule zu befürchten sind.

Die eingesetzten Implantate bestehen aus dem Stoff Nitinol, sie sind mit einer Goldbeschichtung versehen. Dadurch ist eine sehr hohe Verträglichkeit gewährleistet, und die Implantate sind sehr stabil in ihrer Form. Auch für kleine Kinder ab einem Alter von sieben Jahren ist die Behandlungsmethode geeignet. Interessant ist, dass sich die kleinen Implantate an verschiedenen Stellen an der Ohrmuschel anbringen lassen. Dadurch lässt sich das Ohr sehr individuell formen, so wie es Ihren Wünschen entspricht.

Die OP-Methode eignet sich gut für Patienten, die eine schwach ausgeprägte Ohrfalte haben. Interessant ist die Behandlung auch deshalb, weil der Mediziner schon vor dem Eingriff recht problemlos eine Simulation des voraussichtlichen Ergebnisses vornehmen kann. Dadurch haben Sie von Anfang an einen Eindruck, wie Ihr Ohr nach der Behandlung aussieht. 

Die OP selbst wird mit örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt. Es handelt sich um einen minimal-invasiven Vorgang, die OP dauert in der Regel maximal 20 Minuten. Eine Entfernung der Haut hinter dem Ohr ist nicht nötig. Lediglich an der großen Ohrfalte werden einige kleine Schnitte in die Haut eingebracht, in denen die Implantate positioniert werden.  Direkt nach dem Eingriff kann es zu kleinen Schwellungen kommen, die nach einigen Tagen abheilen. Die Heilung sollte nach rund einer Woche weitgehend abgeschlossen sein. Sollte es nach einigen Jahren zu Problemen mit den Implantaten kommen oder wollen Sie diese entfernen lassen, ist das ohne großen Aufwand möglich. 

So funktioniert die Fadenmethode

 Eine Alternative zum chirurgischen Eingriff ist die Fadenmethode. Auch dabei wird der Ohrknorpel durch einen Schnitt auf der hinteren Seite des Ohres freigelegt. Der Knorpel wird dann ausgedünnt, das Ohr wird in die gewünschte Position gebracht. Der Knorpel muss danach nur noch mit einer Naht befestigt werden, der Hautschnitt wird mit einer separaten Naht verschlossen. Soll der Knorpel nicht freigelegt werden, kann er durch einen kleineren Schnitt mit Hilfe einer Feile verkleinert werden. Die verbleibende Narbe ist dadurch ein wenig kleiner, muss aber ebenfalls genäht werden. Der Eingriff kann bis zu zwei Stunden dauern, danach muss der Patient einige Tage einen Mützenverband tragen.

Bei dieser Variante der OP kann es ebenfalls zu Blutergüssen, zur Narbenbildung oder zu einer Unverträglichkeit des verwendeten Fadenmaterials kommen. In diesem Fall ist damit zu rechnen, dass die Ohren irgendwann in ihre ursprüngliche Position rücken. Die meisten Beschwerden gehen innerhalb von einigen Wochen zurück, so dass man nichts mehr von dem Eingriff sieht. Bei dieser OP ist ebenfalls in den ersten sieben Tagen ein Verband zu tragen, rund drei Wochen danach sollten Sie ein Stirnband tragen, um die Ohren in ihrer neuen Position besser zu fixieren. 

Welche Form der Operation für Sie optimal geeignet ist, legt der Arzt erst nach einem ausführlichen Gespräch mit Ihnen und nach einer sorgfältigen Diagnose fest.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Dr. Merck

 

 

 

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